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Im Porträt:

Neslihan Yigit, eine Defensivkünstlerin

18:21 im 3. Satz, – verloren! Das ist bitter nach einem tollen Spiel. Und so ist sie genervt, kein Lachen mehr. Schnell bringt sie mit ihren langen Beinen Abstand zwischen sich und das Spielfeld, als wollte sie fliehen, Abstand gewinnen: Neslihan Yigit! Eben hat sie das Mixed mit ihrem Partner Emre Lale verloren. „Ich bin jetzt einfach sehr traurig, aber auch zornig mit mir. Irgendwie fehlte mir im letzten Augenblick die richtige Konzentration.“

Neslihan Yigit, 15 Jahre alt und Schülerin an einem Gymnasium in Bursa, einer Millionenstadt 90 Kilometer südlich Instanbuls. Seit dem 9. Lebensjahr spielt Neslihan Badminton. „Nein, es waren nicht meine Eltern, die mich zum Badminton brachten, sondern ein Lehrer hatte mich angesprochen und mir einen Club empfohlen. Und da spiele ich.“

Neslihans Alltag? Es ist das übliche Tagesgeschehen für Sportler, die auf hohem Leistungsniveau spielen und anspruchsvolle Ziele haben. Sechsmal trainiert sie in der Woche. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge: „Ja, ich lese gern Bücher, die spannend sind, höre Musik, vor allem türkische Musik und dann gehe ich auch gern ´mal mit meiner Schwester bummeln oder shoppen. Der Rest ist Badminton!“

Badminton ist in der Türkei Entwicklungssportart und sie entwickelt sich rasant. „Wir haben einen sehr guten Badminton – Präsidenten, der viel dafür tut, dass Badminton in der Türkei immer populärer wird“, ergänzt Neslihans Trainerin, Esra Tayan, das Gespräch.

Mit dem Gedanken, irgendwann einmal Badminton – Profi zu werden hat sich Neslihan noch nicht beschäftigt. „Vielleicht aber Ingenieur, diesen Gedanken hatte ich schon, denn meine Leistungen in der Schule sind wirklich gut“, und lacht!

Neslihan kann wieder lachen, die Niederlage ist weggesteckt. „Jetzt muss ich mich voll auf mein Einzel konzentrieren“, steht auf und beginnt mit dem Erwärmen.



Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

Erfolgreicher Auftakt German Junior 2010 – Spieler aus Asien wie erwartet vorn

Etwa 860 Bälle sind verspielt, 81 Vorrundenspiele Turniergeschichte, womit Tag eins der German Junior 2010 vorüber ist. War es ein gelungener Auftakt, ein Auftakt mit spannendem Sport und gelungener Organisation? „Ja, so kann man das schon sagen. Es war ein sportlich schöner Tag, die Atmosphäre war gut und es lief alles reibungslos ab. Besonders gefreut habe ich mich über den Sieg unserer Damen Meike Behrens und Tabea Sänger. Was wollen wir mehr!“, so ein erste Resümee von Turnier – Manager Manfred Kehrberg.

Wie erwartet setzten sich die hoch favorisierten Spieler aus Asien durch. Ein Höhepunkte war zweifellos die Begegnung zwischen Young Woong Ha/Ran Sun Yang Korea und Chun Hei Lee/Yik Kei Yeung Hong Kong China. Nach sehenswertem Spiel und erbittertem Widerstand verlieren die Insulaner knapp 16:21 und 19:21. Eindeutiger die Niederlage des deutschen Mixed Kämnitz/Volkmann. Mit 14:21, 14:21 ziehen sie gegen die Koreaner Min Ki Kim/Ko Woon Park den kürzeren. Freude dagegen beim deutschen Mixed Domke/Hammes. Mit 21:12 und 21:10 werfen sie die Schweizer Kleiner/Frankhauser aus dem Turnier. Und auch im Einzel konnte Richard Domke überzeugen. In zwei Sätzen schaltete er den Österreicher Benjamin Schlemmer aus. Groß waren die Erwartungen an Morten Daugaard-Hansen, Deutschland, gegen den Dänen Rasmus Fladberg. Doch sie wurden enttäuscht. Mit aggressivem Spiel, 21:10 und 21:8, empfahl sich der Däne für die Endrunde. Man darf auf sein weiteres Turnierabschneiden gespannt sein! Ein schweres Los hatte Moritz Freudenthaler mit dem Dänen Flemming Quach gezogen. Der Deutsche fand keine geeigneten spielerischen Mittel gegen die Angriffslust des Nordländers und unterlag klar mit 10:21 und 6:21. Auch Peter Lang hielt dem Druck nicht stand und verlor gegen den Isländer Gunnarsson in zwei Sätzen. „Er hat einfach alles zurück gebracht, ich hatte streckenweise keine Waffen gegen ihn“, so Lang enttäuscht nach dem Spiel. „Da war mehr drin. Nun muss ich auf Doppel und Mixed hoffen!“

Schatten und Licht also aus deutscher Sicht? „Ja, das stimmt schon, aber ich betone mehr Licht. Wissen Sie, wir befinden uns gerade in einem Generationswechsel. Dh. wir müssen neue junge Spieler aufbauen, sie faktisch nachziehen und dies besonders mit Blick auf die Europameisterschaften im nächsten Jahr. Deshalb sind die German Junior eine wichtige Zwischenstation für uns, oder sagen wir, eine Momentaufnahme unseres derzeitigen Leistungsniveaus. Und da habe ich heute schon, um im Bild zu bleiben, mehr Licht als Schatten gesehen“ so Holger Hasse aus Bundestrainerperspektive. Möge diese  Helligkeit  auch  in  den  nächsten  drei  Turniertagen  den  deutschen Badminton – Himmel  erhellen!

Überraschend stark der Türke Öztürk. In einem dramatischen Match, gegen Jee Lee aus Korea, hielt er die Partie im 2. Satz lange Zeit offen, musste sich dann aber 18:21 geschlagen geben. Lautstark wurde es in der Halle, als sich Seung Li Choi/Korea und Chung Hei Tam/Hong Kong China gegenüber standen. 1:1 stand es nach zwei Sätzen und klar war, hier bekämpften sich zwei gleichwerte absolute Könner, schnell, aggressiv und mit unglaublichen Reflexen ausgestattet. Umso spannender also die Frage, wer im 3. Satz die Oberhand behalten wird. Es war der Hong Kong Chinese. Mehr und mehr setzte er den Koreaner unter Druck und war schließlich mit 21:14 sicherer Sieger. Der Gewinner unmittelbar nach seinem Erfolg: „Ich fühlte mich im 3. Satz wieder besser und machte ständig Druck. Vielleicht hatte ich die bessere Kondition, vielleicht war auch mein variantenreicheres Spiel ausschlaggebend. Ich weiß nicht, jetzt bin ich nur glücklich!“ Hat sich mit Chung Hei Tam möglicherweise ein Anwärter auf den Einzelsieg präsentiert? Zu dieser Frage zeigt sich der Hong Kong Chinese bescheiden: „Das weiß ich nicht!“ Kurzes Fazit dieses ersten German Junior – Tages: Perfekte Organisation, hohes spielerisches Niveau und gute Stimmung auf den Rängen.

Text: Peter Gütte

Fotos: V. Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

Im Porträt:

Meike und die German Junior 2010

„Entweder 12.25 Uhr oder 12.45 Uhr bin ich dran, ich weiß jetzt nicht … ja, Einzel“, Meike Behrens, eine der deutschen Spielerinnen, eine von Empor Brandenburger Tor. Natürlich blickt man bei dem „German Junior“ vor allem auf die eigenen Spieler. Wie werden sie diese Herausforderung annehmen, wie werden sie sich bei diesem hochrangig besetzten Turnier durchsetzen?

„Ich spiele dieses Turnier vor allem, um Erfahrung zu sammeln. Ich bin ja erst 15 und hier spielen 19jährige. Auf alle Fälle freue mich und hoffe, ein paar gute Spiele zu machen, ich hoffe!“

Sie lacht, Meike Behrens, hoch gewachsen, schlank, ein schönes Mädchen. Meike ist Schülerin am Berliner Coubertin – Gymnasium, also einer Sport orientierten Schule. „Das ist ganz schön hart“, erzählt sie. „Schon morgens wird trainiert, dreimal wöchentlich, und viermal nachmittags. Dazu kommt Schule!“

Das heißt, 6.00 Uhr aufstehen und manchmal erst gegen 23.00 Uhr zu Hause. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes. „Na, ja Tanzen, mal ´was Schönes kaufen und mit Freunden Musik hören, das muss schon sein, geht aber nur am Wochenende.“

Die ersten Bälle …

schlug Meike bereits mit 7 Jahren. Es waren die Eltern, die den Anstoß zu dieser Wahl gaben und ein schlichtes Federballset. Auf der Straße ging es los „aber dann wollte ich auch schon schnell in einen Verein“, erinnert sich Meike. Ganz nach dem Wunsch von Meikes Eltern, selbst leidenschaftliche Badminton – Spieler. „Sie haben mich immer unterstützt und niemals irgendwelchen Zwang ausgeübt.“

Den übt sie auf sich selbst aus, dann wenn es Hänger gab, wenn Lust und Spaß am Spiel vergehen. Nicht unnormal bei diesem aufwendigen Alltag. „Aber ich bin dann immer wieder ganz schnell dabei und jetzt sowieso“, Meike nachdenklich.

Erfolg und Teamgefühl …

das sind die Reize, die Meike beim Badminton herausfordern, die sie lebt. Deshalb liebt sie besonders das Doppel, mir ihrer Freundin Linda, und das Mixed. „Dieses gemeinsame Erleben, das Spiel, auch wenn es eine Niederlage ist, das ist für mich ein irres Gefühl.“

In die 10. Klasse geht Meike, 13 werden es schließlich sein, mit Abschluss Abitur. Und danach? „Danach, schwierige Frage. Ich werde studieren, vielleicht aber auch eine andere Ausbildung machen. Ja, was wäre interessant?“ Meike wartet mit der Antwort, ist nachdenklich. Möglicherweise ist es noch zu früh, auf diese Frage eine Antwort zu erwarten. Aber dann doch: „Vielleicht etwas mit Eventmanagement, zusammen mit Leuten eigene Sachen entwickeln, das wäre ´was, dass ich mir vorstellen könnte, und natürlich“, Meike schaut abrupt auf die Uhr, „natürlich Badminton, Badminton, Badminton“, lacht, ist wieder in der Gegenwart, verschwindet Richtung Spielfeld. Und die Gegenwart heißt German Junior 2010. Meike muss sich warm spielen, denn das erste Spiel ist nicht mehr weit. Viel Glück, Meike!

Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Badminton – Bälle können fliegen – Wilson German Junior 2010 in Berlin eröffnet

„Ich wünsche allen Spielern ein erfolgreiches Turnier, viel Spaß und einen schönen Aufenthalt in Berlin“, mit diesem freundlichen Turnierausblick eröffnete Volkmar Kuhlig, Präsident des Badmintonverbandes Berlin – Brandenburg, pünktlich 10.00 Uhr, die Internationalen Deutschen Badminton – Jugendmeisterschaften „Wilson German Junior 2010“.

150 Jugendliche, aus weltweit 18 Ländern, werden vom 11.-14. März um den Titel Internationaler Deutscher Meister ringen. Dabei sind Spieler aller europäischen Top – Nationen, sowie die favorisierten Koreaner und Hong – Kong Chinesen.

Natürlich ist die Aufregung groß. Mehr als 40 ehrenamtliche Helfer, vom ausrichtenden Verein SG EBT Berlin, haben mit viel Einsatz und Engagement die Große Halle des Sportforums Hohenschönhausen in eine internationalen Ansprüchen genügende Badmintonarena verwandelt. Waren die German Junior 2009 bereits einvoller Erfolg, so soll 2010 zu einem noch besseren Badminton – Jahrgang reifen, so der Ehrgeiz der Veranstalter. „Wir haben alles gut vorbereitet, wir sind ganz entspannt und freuen uns auf vier tolle Badminton – Tage“, so Turnier – Manager Manfred Kehrberg.

„Besonders stolz sind wir auf unsere elektronische Spielfeldanzeige. Ich hoffe, dass alles gut funktioniert, denn die German Junior sind faktisch Testlauf für diese technische Spezialität.“ 21 Schiedsrichter werden das Turnier mit Scharfblick begleiten und rund 3000 Bälle warten auf hochklassiges Badminton. Am 11. und 12. März, jeweils ab 10.00 Uhr, laufen die Vorrundenbegegnungen, am Sonnabend, dem 12. März, ab 12.00 Uhr, die Halbfinals und Sonntag dann die mit Spannung erwarteten Finals. Für diese hat sich auch Manfred Freiherr von Richthofen angesagt, Ehrenpräsident des DOSB und Schirmherr der Wilson German Junior 2010!

Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

Hallenansicht WILSON GERMAN JUNIOR 2010

Wilson German Junior Tag 1 – Aufbau

Nach einem langen anstrengenden Tag war die Halle für das erste Training der Hongkong Chinesen und Östereicher bereit.

Playoff Halbfinale – Jetzt Tickets sichern!

Die Termine für das Playoff Halbfinale in der 1. Badminton-Bundesliga stehen fest. Die SG EBT Berlin trifft am Samstag, den 27.03.2010, 14.00 Uhr (Sporthalle Samariterstraße) im Hinspiel auf den 1. BC Bischmisheim. Das Rückspiel findet einen Tag später in Bischmisheim statt.

Tickets für das Hinspiel in Berlin können vorab exklusiv auf dem Wilson German Junior Turnier vom 11. – 14.3. im Sportforum Berlin erworben werden.
Details zum Turnier gibt es auf der offiziellen Homepage: www.german-junior.de

Der reguläre Vorverkauf startet erst nach dem Turnier. Dann gibt es die Tickets wie gewohnt im Racketprofis Store Berlin oder in der Geschäftsstelle der SG EBT Berlin zu erwerben.

EBT lässt Federn! Lüdinghausen schockt Berliner mit 6:2

Weit gereiste Gegner traten an diesem Sonnabend in der Samariter – Halle an, um mit EBT die Schläger zu kreuzen: Union Lüdinghausen aus Nordrhein – Westfalen, derzeit Tabellen-Vierter und mithin im Play-off-Halbfinale. Verständlich, dass die Lüdinghausener diesen Platz in der 1. Reihe gegen die Berliner rechtfertigen woll-ten. Ein starkes Motiv also, das die Berliner zu beachten hatten. Und mehr noch. Die Münsterländer traten in Galabesetzung an, mit der Deutschen Vizemeisterin Karin Schnaase und dem in Berlin bestens bekannten Vladislav Druzhchenko (Ukraine). Trainer Michael Schnaase, 7-facher Deutscher Meister, sagte es klar und deutlich: „Wir sind nach Berlin gekommen, um zu gewinnen. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass die Berliner heute nicht mit der stärksten Mannschaft antreten. Also, höchstens unentschieden“, so Schnaase amüsiert. Und richtig, EBT an diesem Tage nicht in Bestbesetzung, sondern mit Spielerinnen und Spielern aus der zweiten Reihe: Die Damen Anne-Christin Reiter und Lisa Deichgräber, bei den Herren Bastian Zimmermann, Karsten Lehmann und Oliver Witte. „Klar ist, wir wollen nicht verlieren“, so sah EBT – Teammanager Manfred Kehrberg auf diese Begegnung und ergänzt mit freundlichem Nachdruck „Schöne Spiele werden es in jedem Fall!“

Sportverwöhnte Fans und schnelle Bälle!
So erwartet es das Badminton verwöhnte Berliner Publikum. „Es ist immer toller Sport hier in der Samariter – Halle“, schwärmt Studentin Anja aus Kreuzberg beim Kauf ihrer Eintrittskarte. „Viel spannender und interessanter als Fußball“, wertet ein junger Mann das Spiel mit dem gefiederten Ball. „Vor allem die Schnelligkeit und Eleganz faszinieren mich, manchmal geradezu akrobatisch“! Eine vierköpfige Pankower Familie: „Wir kommen schon seit Jahren in die Samariter – Halle und unterstützen unsere EBT – Spieler, auch lautstark, wenn es dann mal sein muss!“
Und Grund zum Jubel gibt es dann auch gleich, denn Wong/Logosz entscheiden Satz 1 gegen Druzhchenko/Weistermeyer knapp mit 21:19 für sich und auch Satz 2 geht mit 21:15 an das Berliner Herren-Doppel. Eine wohltemperierte Ouvertüre, der allerdings schnell Missklang folgen soll, denn EBTs Damen, Reiter/Deichgräber, müssen ihr Spiel mit 16:21 und 13:21 an die Münsterländerinnen Schnaase/Mette abgeben. Anne Reiter danach kritisch – prophetisch: „Ja, die anderen waren besser. Aber besser werden können wir auch noch!“ Ein optimistischer Gedanke und möge er denn spielerische Wirklichkeit werden.
Im zweiten Herren-Doppel maßen sich Zimmermann/Lehmann mit den Gästen Karrtunen/Schulz. Eine schwierige Aufgabe für die Berliner, so zumindest konnten die Vorzeichen für diese Begegnung gesehen werden. Während der erste Satz deutlich verloren geht, entwickelt sich der zweite beim 17:17 zu einer hoch spannenden Angelegenheit. Werden die Berliner einen dritten Satz erzwingen können? „Wir sind dann in alte Muster verfallen, waren einfach nicht wach genug“, so Bastian Zimmermann enttäuscht nach dem 18:21. Ähnlich analysiert Partner Karsten Lehmann: „Wir waren einfach nicht konsequent genug, haben uns den Wind aus den Segeln nehmen lassen und so hatten unsere Gegner im entscheidenden Augenblick immer die besseren Antworten. Schade!“

Hochrangig und hochkarätig!
Ob seiner hochrangigen Besetzung versprach das erste Herreneinzel hochkarätiges Badminton. Und so war es dann auch, mit dem besseren Ende für die EBT. Denkbar knapp gewinnt Choong Hann Wong gegen Yuhan Tan mit 21:18, 21:19, und sorgt damit für den Ausgleich 2:2! „Er ist noch jung, aber schon ein starker Mann“, lobt Choong seinen Kontrahenten nach dem Spiel. „Ich habe seine Aggressivität hart zu spüren bekommen, seine bissigen Attacken, seine unglaublich genauen Schüsse. Er spielt mit Kopf und ich glaube, dass er sehr gut trainiert wird. Er hat alle technischen Grundlagen drauf“.

„Glücklich“ verloren!
Wenn Lob, dann Lisa Deichgräber. Im zweiten Satz Damen – Einzel musste die Deutsche Vizemeisterin Karin Schnaase all ihr Können aufbieten, um Lisa Deich-gräber schließlich mit 21:17 niederzuringen. Eine tolle Leistung, mit viel Beifall bedacht. Und Lisa Deichgräber? Nach dem Spiel keineswegs bedrückt! „Ich bin glücklich, habe im Zweiten wirklich ein gutes Spiel gemacht. Ja, dieser furchtbare 1. Satz, diese Schnelligkeit, diese ungewohnten Bälle. Meine einzige Rettung konnte also nur hohes Risiko sein. Na ja und da ging eben im 1. Satz so einiges daneben. Im 2. Satz waren dann plötzlich meine Schläge wieder da. Ich hatte Mut, war wieder voller Selbstvertrauen. Die Kondition? Nun, da gibt es in jedem Falle Defizite. Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich, glücklich!“
Und was sagte die Deutsche Vizemeisterin zu diesem Match? „Im 1. Satz habe ich mein Spiel bedingungslos durchgezogen, habe all die Dinge gemacht, die Lisa nicht mag; habe schnell und locker gespielt, habe sie laufen lassen. Und weil es im Ersten so gut lief, habe ich im Zweiten die ganze Sache ein bisschen langsamer angehen lassen, weniger konsequent. Am Schluss, beim 17:17, musste ich mich dann echt zusammenreißen!“

Und die Gäste punkteten weiter: Im Mixed schlagen Westermeyer/Ufermann die Berliner Reiter/Logosz sicher mit 21:15/21:13 und erhöhten damit ihre Führung auf 4:2. Die Frage zu diesem Zeitpunkt: Wird EBT mit den abschließenden zwei Herren – Einzel noch ein Unentschieden erzwingen können? Nein, denn schon im Ersten gewinnt der übermächtige Vladislav Druzhchenko gegen Oliver Witte hoch mit 21:7/21:10 und bringt damit Lüdinghausen endgültig auf die Siegerstraße. Daran hätte auch Eetu Heino nichts mehr ändern können. In einem spannenden Match unterliegt er Kristian Karrtunen in drei Sätzen.

Fazit dieser Begegnung!
Ob nun Verlierer EBT oder Sieger Lüdinghausen, folgenreich ist dieses Match für beide Mannschaften nicht, denn längst haben sie den angesteuerten Hafen „Play-offs“ erreicht. Dennoch war es wiederum ein spannender und unterhaltsamer Badminton- Nachmittag in der Samariter – Halle!

Das letzte Spiel vor den Playoffs – Duell mit Lüdinghausen

In der 1. Badminton-Bundesliga trifft die SG EBT Berlin am Samstag, den 27.02.2010, 14.00 Uhr (Sporthalle Samariterstraße) auf den SC Union Lüdinghausen. Zwei Spieltage vor dem Abschluss der Vorrunde belegt EBT den 3. Platz und hat die Playoffs bereits erreicht. Union Lüdinghausen ist derzeit Tabellenvierter und will diesen Tabellenplatz, der zur Teilnahme am Playoff-Halbfinale berechtigt, bis zum Schluss der Vorrunde behaupten. Entsprechend hart ist die Gegenwehr der Münsterländer zu erwarten, denn Lüdinghausen möchte erstmals in ihrer Vereinsgeschichte das Playoff-Halbfinale erreichen. EBT kann am Wochenende wieder auf die zuletzt pausierenden Wong Choong Hann und Eetu Heino zurückgreifen. Die Lüdinghausener werden von der Deutschen Vizemeisterin Karin Schnaase und den in Berlin bestens bekannten Vladislav Druzhchenko (Ukraine) angeführt. Aufgrund der Tabellenkonstellation ist wieder ein spannendes Spiel zu erwarten. Am Sonntag trifft EBT auswärts auf den diesjährigen Topfavoriten für den Titel, den BC Bonn-Beuel. Nach dem Spiel wird dann feststehen, gegen wen EBT am 27./28. März das Playoff Halbfinale bestreiten wird.

EBT schlägt Hamburg 7:1
Berliner auf dem Weg in Richtung Playoffs

Über An- , Ein- und Aussichten!
EBT gegen Hamburg, nun da musste man nicht unbedingt übermäßigen Scharfblick beweisen, um klare Verhältnisse zu konstatieren: Die Gäste aus Hamburg auf Tabellenplatz 6, auf 3 die Gastgeber. Überdies ging bereits das erste Duell in dieser Saison mit 6:2 klar an die Berliner. Was sollte da noch schief gehen! “Dieser Auffassung könnte man schon folgen aber es ist eben nur die Papierform”, so nachdenklich Manfred Kehrberg, Teamchef von EBT. “Aber natürlich wollen wir gewinnen und natürlich wollen wir die Punkte!”
Nur, Unwägbarkeiten und der Zufall können immer im Spiel sein, so die Philosophie. Und dann auch noch die launige Dame Fortuna. Wer wollte ihr schon trauen! “Nun ja, aber gerade Fortune bräuchten wir heute dringend gegen die Berliner”, lacht Karen Neumann, vor Jahren Spitzenspielerin der Hansestädter und auch heute dabei. Von einer chaotischen Reise nach Berlin erzählt sie: “Der Schnee, strapaziöse Bahnfahrt, Verspätung, das alles hat Kraft gekostet und ist kein gutes Omen für unseren heutigen Auftritt. Aber natürlich wollen wir unseren Gegner ärgern und mit Glück einen Punkt nach Hamburg entführen.” Immerhin, die Hamburger sind in Bestbesetzung angereist, die Berliner müssen auf Nicole Grether verzichten. “Sicher ist das ein Handycap für uns”, erklärt Manfred Kehrberg, “bringt uns aber auch in die Situation, andere Spielerinnen planmäßig nachzuziehen, also faktisch auf Bundesliganiveau zu bringen. An diesem Sonntag sind es Anne Reiter und Lisa Deichgräber, die Bundesliga-Höhenluft schnuppern sollen!

Doppel – von Siegen und Niederlage!
Die beiden Bundesligaelevinnen mussten dann auch gleich aufs Feld, gegen Köhler/Neumann. Bundesliga spielen, ist das anders, aufregender? “In jedem Fall”, erzählen Anne und Lisa, “aber es motiviert auch, macht leicht und locker, denn es erwartet ja niemand von uns, das wir schon gewinnen.” So war Satz 1 auch schnell mit 14:21 verloren. Anders der Verlauf im 2. Satz. Immer blieben die EBT – Damen auf Tuchfühlung: 18:18! Aber schließlich reichte es nicht. “Wir haben einfach nicht konstant genug gespielt, nicht platziert genug. Die sind eben Profis und diese zwei Klassen Unterschied sind für uns nicht so leicht zu überspringen.” Das 1:0 für Hamburg!
Bei den Herren maßen sich Wong/Logosz und Armstrong/Cwalina, ein von beiden Seiten kompromisslos geführtes 3-Satz-Match, mit besserem Ende für die Berliner. “1:1, der Ausgleich”, verkündet aufatmend Markus Köster, wie immer Samariter – Hallensprecher. Und nur Augenblicke später das 2:1 für die Berliner. Überraschend schnell hatten Lehmann/Zimmermann, die Hansestädter, Schöttler/Zander, in nur zwei Sätzen niedergerungen! “Wir haben einfach jeden Ball getroffen, haben Druck gemacht, aus dem sich unsere Gegner einfach nicht befreien konnten”, so glücklich Karsten und Bastian unmittelbar nach ihrem Erfolg. “Alles lief, wir waren hoch konzentriert, es hat uns einfach Spaß gemacht.”

Von Verletzungspech, Eleganz und Schnelligkeit
Verletzungspech, auf Seiten der Hamburger, führt zu zwei weiteren EBT – Punktgewinnen, womit es vor Mixed und erstem Herreneinzel 4:1 steht. In dieser Auseinandersetzung stehen sich Eetu Heino und Sebastian Rduch gegenüber. Kunstvolle Ballwechsel, Schnelligkeit, Sprungkraft, Eleganz und Ästhetik demonstrieren die beiden Kontrahenten in drei atemberaubenden Sätzen. Als schließlich das 21:19 für Eetu Heino fällt, riesiger Jubel in der Samariterhalle. Ebenso umjubelt und beinahe gleichzeitig schießt sich das Berliner Mixed, Schenk/Logozs, nach drei bissig umkämpften Sätzen, zum Sieg und erhöht auf 6:1 für EBT. Der Schluss dieses sehenswerten Badmintonnachmittags ist schnell erzählt: Sicher schlägt EBT – Star Aravind Bhat Sebastian Schöttler in zwei Sätzen und sorgt somit für den 7:1 Endstand.

Von Gedanken an Play offs und Meistertitel!
Sicher, ein schöner Erfolg für das EBT–Team. Aber mehr noch! Hallensprecher Markus Köster sagt es laut, deutlich und begeistert: “Mit dem heutigen Erfolg sind wir auf dem besten Weg in Richtung Playoffs”, vom sachverständigen Publikum in der wie stets gut besuchten Samariterhalle mit viel Beifall bedacht. Denn was hieße das? Auf alle Fälle spannende und begeisternde Auseinandersetzungen, sowohl für EBT – Team, als auch für Berliner Badminton – Fans. Der Kampf um den Meistertitel hat begonnen!