Weit gereiste Gegner traten an diesem Sonnabend in der Samariter – Halle an, um mit EBT die Schläger zu kreuzen: Union Lüdinghausen aus Nordrhein – Westfalen, derzeit Tabellen-Vierter und mithin im Play-off-Halbfinale. Verständlich, dass die Lüdinghausener diesen Platz in der 1. Reihe gegen die Berliner rechtfertigen woll-ten. Ein starkes Motiv also, das die Berliner zu beachten hatten. Und mehr noch. Die Münsterländer traten in Galabesetzung an, mit der Deutschen Vizemeisterin Karin Schnaase und dem in Berlin bestens bekannten Vladislav Druzhchenko (Ukraine). Trainer Michael Schnaase, 7-facher Deutscher Meister, sagte es klar und deutlich: „Wir sind nach Berlin gekommen, um zu gewinnen. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass die Berliner heute nicht mit der stärksten Mannschaft antreten. Also, höchstens unentschieden“, so Schnaase amüsiert. Und richtig, EBT an diesem Tage nicht in Bestbesetzung, sondern mit Spielerinnen und Spielern aus der zweiten Reihe: Die Damen Anne-Christin Reiter und Lisa Deichgräber, bei den Herren Bastian Zimmermann, Karsten Lehmann und Oliver Witte. „Klar ist, wir wollen nicht verlieren“, so sah EBT – Teammanager Manfred Kehrberg auf diese Begegnung und ergänzt mit freundlichem Nachdruck „Schöne Spiele werden es in jedem Fall!“
Sportverwöhnte Fans und schnelle Bälle!
So erwartet es das Badminton verwöhnte Berliner Publikum. „Es ist immer toller Sport hier in der Samariter – Halle“, schwärmt Studentin Anja aus Kreuzberg beim Kauf ihrer Eintrittskarte. „Viel spannender und interessanter als Fußball“, wertet ein junger Mann das Spiel mit dem gefiederten Ball. „Vor allem die Schnelligkeit und Eleganz faszinieren mich, manchmal geradezu akrobatisch“! Eine vierköpfige Pankower Familie: „Wir kommen schon seit Jahren in die Samariter – Halle und unterstützen unsere EBT – Spieler, auch lautstark, wenn es dann mal sein muss!“
Und Grund zum Jubel gibt es dann auch gleich, denn Wong/Logosz entscheiden Satz 1 gegen Druzhchenko/Weistermeyer knapp mit 21:19 für sich und auch Satz 2 geht mit 21:15 an das Berliner Herren-Doppel. Eine wohltemperierte Ouvertüre, der allerdings schnell Missklang folgen soll, denn EBTs Damen, Reiter/Deichgräber, müssen ihr Spiel mit 16:21 und 13:21 an die Münsterländerinnen Schnaase/Mette abgeben. Anne Reiter danach kritisch – prophetisch: „Ja, die anderen waren besser. Aber besser werden können wir auch noch!“ Ein optimistischer Gedanke und möge er denn spielerische Wirklichkeit werden.
Im zweiten Herren-Doppel maßen sich Zimmermann/Lehmann mit den Gästen Karrtunen/Schulz. Eine schwierige Aufgabe für die Berliner, so zumindest konnten die Vorzeichen für diese Begegnung gesehen werden. Während der erste Satz deutlich verloren geht, entwickelt sich der zweite beim 17:17 zu einer hoch spannenden Angelegenheit. Werden die Berliner einen dritten Satz erzwingen können? „Wir sind dann in alte Muster verfallen, waren einfach nicht wach genug“, so Bastian Zimmermann enttäuscht nach dem 18:21. Ähnlich analysiert Partner Karsten Lehmann: „Wir waren einfach nicht konsequent genug, haben uns den Wind aus den Segeln nehmen lassen und so hatten unsere Gegner im entscheidenden Augenblick immer die besseren Antworten. Schade!“
Hochrangig und hochkarätig!
Ob seiner hochrangigen Besetzung versprach das erste Herreneinzel hochkarätiges Badminton. Und so war es dann auch, mit dem besseren Ende für die EBT. Denkbar knapp gewinnt Choong Hann Wong gegen Yuhan Tan mit 21:18, 21:19, und sorgt damit für den Ausgleich 2:2! „Er ist noch jung, aber schon ein starker Mann“, lobt Choong seinen Kontrahenten nach dem Spiel. „Ich habe seine Aggressivität hart zu spüren bekommen, seine bissigen Attacken, seine unglaublich genauen Schüsse. Er spielt mit Kopf und ich glaube, dass er sehr gut trainiert wird. Er hat alle technischen Grundlagen drauf“.
„Glücklich“ verloren!
Wenn Lob, dann Lisa Deichgräber. Im zweiten Satz Damen – Einzel musste die Deutsche Vizemeisterin Karin Schnaase all ihr Können aufbieten, um Lisa Deich-gräber schließlich mit 21:17 niederzuringen. Eine tolle Leistung, mit viel Beifall bedacht. Und Lisa Deichgräber? Nach dem Spiel keineswegs bedrückt! „Ich bin glücklich, habe im Zweiten wirklich ein gutes Spiel gemacht. Ja, dieser furchtbare 1. Satz, diese Schnelligkeit, diese ungewohnten Bälle. Meine einzige Rettung konnte also nur hohes Risiko sein. Na ja und da ging eben im 1. Satz so einiges daneben. Im 2. Satz waren dann plötzlich meine Schläge wieder da. Ich hatte Mut, war wieder voller Selbstvertrauen. Die Kondition? Nun, da gibt es in jedem Falle Defizite. Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich, glücklich!“
Und was sagte die Deutsche Vizemeisterin zu diesem Match? „Im 1. Satz habe ich mein Spiel bedingungslos durchgezogen, habe all die Dinge gemacht, die Lisa nicht mag; habe schnell und locker gespielt, habe sie laufen lassen. Und weil es im Ersten so gut lief, habe ich im Zweiten die ganze Sache ein bisschen langsamer angehen lassen, weniger konsequent. Am Schluss, beim 17:17, musste ich mich dann echt zusammenreißen!“
Und die Gäste punkteten weiter: Im Mixed schlagen Westermeyer/Ufermann die Berliner Reiter/Logosz sicher mit 21:15/21:13 und erhöhten damit ihre Führung auf 4:2. Die Frage zu diesem Zeitpunkt: Wird EBT mit den abschließenden zwei Herren – Einzel noch ein Unentschieden erzwingen können? Nein, denn schon im Ersten gewinnt der übermächtige Vladislav Druzhchenko gegen Oliver Witte hoch mit 21:7/21:10 und bringt damit Lüdinghausen endgültig auf die Siegerstraße. Daran hätte auch Eetu Heino nichts mehr ändern können. In einem spannenden Match unterliegt er Kristian Karrtunen in drei Sätzen.
Fazit dieser Begegnung!
Ob nun Verlierer EBT oder Sieger Lüdinghausen, folgenreich ist dieses Match für beide Mannschaften nicht, denn längst haben sie den angesteuerten Hafen „Play-offs“ erreicht. Dennoch war es wiederum ein spannender und unterhaltsamer Badminton- Nachmittag in der Samariter – Halle!

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