German Junior 2010 Überraschungen – Rivalitäten – hohe Gäste

Spannende Duelle, überraschende Spielausgänge, alte Rivalität zwischen Asien und Skandinavien, das war Tag zwei der German Junior 2010. Und auch hochkarätige Gäste gehörten zum Bild dieses Spieltages. Z.B. DVB – Präsident, Karl-Heinz Kerst. Für ihn sind die German Junior ein absolutes Highlight: „Mal abgesehen von den Weltmeisterschaft ist dieses Turnier eigentlich konkurrenzlos, professionell organisiert und bestens besetzt. Ich ziehe den Hut! Natürlich hängt der Erfolg letztlich immer von der Klasse der Spieler ab. Das ist die große Schwierigkeit, – die Abhängigkeit von nationalen und internationalen Spielplänen. In diesem Jahr allerdings optimal gelöst. Ich sehe hier Spieler, die in ein zwei Jahren garantiert international von sich Reden machen werden. Und die will ich jetzt sehen!“ Auch Hauptsponsor Wilson hatte an diesem 2. Tag einen Abgesandten am Turnier-Ort, Thomas Schärer. Nach der Bedeutung dieser Turniers für Wilson befragt: „Ist doch klar, es ist das größte und bedeutendste Jugendturnier Europas, phantastisch besetzt, perfekt organisiert und da wollen wir, Wilson als Hauptsponsor, natürlich dabei sein. Wie Sie wissen, dieses Jahr erstmalig. Wir haben ja schon immer gut mit EBT zusammen gearbeitet und da war es nur logisch, auch bei diesem Turnier zu kooperieren. Und ehrgeizig wie wir sind, denken wir schon in Richtung 2011. Technisch z.B. ließe sich da sicherlich noch mancherlei optimieren. Dennoch, und schreiben Sie das bitte, EBT und Kehrberg machen wirklich einen tollen Job hier!“

Gleich mit Spieltag – Beginn kommt es zu einer interessanten Mixed – Begegnung, Türkei gegen Hong Kong China. Wer hätte wohl mit einem so starken Auftritt des türkischen Duos Lale/Yigit gerechnet? Erst im 3. Satz fällt die Entscheidung, wobei sich die 15jährige Neslihan Yigit als wahre Defensivkünstlerin entpuppt und mit atemberaubenden Reaktionen glänzt. Dennoch bleibt die ganz große Überraschung aus: 18:21 im 3. Satz. „Ja, jetzt bin ich einfach sehr traurig. Wir hätten gewinnen können, ja, hätten.“

Keinerlei Probleme hatten die an „1“ gesetzten Koreaner Choi/Kang gegen Ewert/Teuber aus Deutschland. 21:11, 21:8, eine klar Sache! Auch Förschner/Spengler hatten mit den Dänen Broadbaek/Overgaard eine schwere Aufgabe, zogen sich aber nach gutem Spiel mit 14:21 und 7:21 achtbar aus der Affäre. Francis Karge und Tobias Haffner hatten sich mit den starken Hong Kong Chinesen Chun Hei Lee/Ka Lon Ng auseinander zu setzen. Wenngleich sie auch tapfer kämpften, das 17:21 und 11:21 war nicht zu verhindern. Tobias stöhnend und schwer atmend, nach dem letzten Ball: „Sie beherrschen eben alle Techniken und das bei einem Wahnsinnstempo“. Partner Francis Karge sieht die Stärken des asiatischen Doppels noch aus anderem Blickwinkel: „Sie sind so gefährlich, weil man ihr Spiel nicht lesen, nicht durchschauen kann. Sie bewegen sich erst im letzten, wirklich im allerletzten Augenblick und dann ist es oft zu spät, zu oft“, und geht ab!

Aber dieser 2. Turniertag zeigte durchaus auch verheißungsvolle Temperamente im deutschen Badmintonspiel. Z.B. der 3-Satz-Sieg von Fabian Holzer/Isabel Herttrich gegen das französische Mixed Lucas Corvee/Audrey Fontaine. Als es in die Verlängerung geht, beweist das deutsche Paar Nerven und siegt schließlich 25:23. „Die beiden haben sich wirklich fabelhaft entwickelt und tragen mit ihrem Sieg zu einer guten Tagesbilanz bei. Ich freue mich sehr über diesen Erfolg. Und dann Fabienne Deprez, der Sieg über die Koreanerin Cha Mi Kim. Also, ich bin immer noch total ergriffen“, Holger Hasse, Badminton – Bundestrainer. Bleibt die Hoffnung, dass die Deutsche auch morgen Hochform zeigt und dies wiederum gegen eine Spielerin aus Korea. „Wir sind ja froh, über jeden Europäer, der gegen die Koreaner standhält“. Für Holger Hasse ist der Däne Victor Axelsson so einer, so ein Geheimtipp und absolutes Ausnahmetalent. „Das muss man sich ´mal vorstellen, der ist erst 15 Jahre alt. Er könnte die Turnierüberraschung werden. Ich bin gespannt!“

Hoch zufrieden mit dem Verlauf von Turniertag 2 auch Turniermanager Manfred Kehrberg. „Alles lief perfekt ab, das sportliche Niveau war heute noch höher als gestern und besonders habe ich mich über die gute Stimmung in der Halle gefreut. Es war wohl der freie Eintritt, der viele Berliner Schüler heute hier zum Turnier gelockt hat.“Morgen, ab 12.00 Uhr, steigen dann die Halbfinalgegner in die Schranken, also schon die Besten. Und alle haben nur das eine Ziel: Das Finale am Sonntag! Hochspannung ist also vorprogrammiert!












Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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