Neslihan Yigit, eine Defensivkünstlerin
18:21 im 3. Satz, – verloren! Das ist bitter nach einem tollen Spiel. Und so ist sie genervt, kein Lachen mehr. Schnell bringt sie mit ihren langen Beinen Abstand zwischen sich und das Spielfeld, als wollte sie fliehen, Abstand gewinnen: Neslihan Yigit! Eben hat sie das Mixed mit ihrem Partner Emre Lale verloren. „Ich bin jetzt einfach sehr traurig, aber auch zornig mit mir. Irgendwie fehlte mir im letzten Augenblick die richtige Konzentration.“
Neslihan Yigit, 15 Jahre alt und Schülerin an einem Gymnasium in Bursa, einer Millionenstadt 90 Kilometer südlich Instanbuls. Seit dem 9. Lebensjahr spielt Neslihan Badminton. „Nein, es waren nicht meine Eltern, die mich zum Badminton brachten, sondern ein Lehrer hatte mich angesprochen und mir einen Club empfohlen. Und da spiele ich.“
Neslihans Alltag? Es ist das übliche Tagesgeschehen für Sportler, die auf hohem Leistungsniveau spielen und anspruchsvolle Ziele haben. Sechsmal trainiert sie in der Woche. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge: „Ja, ich lese gern Bücher, die spannend sind, höre Musik, vor allem türkische Musik und dann gehe ich auch gern ´mal mit meiner Schwester bummeln oder shoppen. Der Rest ist Badminton!“
Badminton ist in der Türk
ei Entwicklungssportart und sie entwickelt sich rasant. „Wir haben einen sehr guten Badminton – Präsidenten, der viel dafür tut, dass Badminton in der Türkei immer populärer wird“, ergänzt Neslihans Trainerin, Esra Tayan, das Gespräch.
Mit dem Gedanken, irgendwann einmal Badminton – Profi zu werden hat sich Neslihan noch nicht beschäftigt. „Vielleicht aber Ingenieur, diesen Gedanken hatte ich schon, denn meine Leistungen in der Schule sind wirklich gut“, und lacht!
Neslihan kann wieder lachen, die Niederlage ist weggesteckt. „Jetzt muss ich mich voll auf mein Einzel konzentrieren“, steht auf und beginnt mit dem Erwärmen.
Text: Peter Gütte
Fotos: Volkmar Kehrberg
Layout: Stefanie Knecht


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