Erwartungen, Sichten, Voraussetzungen
Das sah schon ´mal gut aus, eine bis auf den letzten Platz gefüllte Samariterhalle. Verwundern kann das nicht, denn eine heiße hochklassige Partie war an diesem kühlen Frühlinstage zu erwarten: Das erste Bundesliga Play – off Halbfinale zwischen EBT und dem Deutschen Meister Bischmisheim. Ein Blick auf die bislang gespielte Bilanz, zwei klare Siege gegen EBT, erklärte die Saarländer eindeutig zum Favoriten dieses Duells. Überdies konnte EBT, in den Play offs, noch nie gegen Bischmisheim gewinnen. „Unser Ziel ist, immer zu gewinnen, auch hier und heute“, so Thomas Tesche, Teammanager der Bischmisheimer. Und lächelnd: „Das scheint für uns heute, beim Blick auf das geschwächte EBT – Team, leichter zu sein, als erwartet. Dennoch, EBT ist immer gefährlich!“ Wie gefährlich demonstrieren auch sofort die EBT – Damen Grether/Schenk gegen Konon/Wengberg. Souverän holen sie den ersten Satz. „So sollte es weiter gehen“, freut sich Manfred Kehrberg, EBT – Teammanager. „Natürlich bin ich schwer enttäuscht, dass wir heute nicht in Bestbesetzung antreten können. Dennoch sind wir nicht chancenlos. Wir werden bis zum Umfallen kämpfen, um doch noch ins Finale einzuziehen!“
Von schwächelnden Männern und starken Frauen!
Zu einer Ouvertüre mit Missklang entwickelt sich das erste Herrendoppel. So verlieren Dettmann/Zurwonne gegen Hopp/Fuchs in zwei Sätzen.
1:0 für Bischmisheim!
Wird das EBT – Damendoppel mit einem Sieg im 3. Satz für den Ausgleich sorgen können? In einer sehenswerten bissig geführten Auseinandersetzung verwandeln Grether/Schenk ein 11:11 in eine 16:13 – Führung, vehement angetrieben vom rhythmischen Beifall der Berliner Badminton-Fans. 21:19 heißt es schließlich und Ausgleich 1:1. Die Samariter – Halle jubelt!
Nicht weniger dramatisch das zweite Herrendoppel Wong/Heino gegen Dom-ke/Schöttler. Drei hart umkämpfte Sätze benötigen die Bischmisheimer, um schließlich 2:1 in Führung zu gehen. Und sie bauen ihren Vorsprung aus. Nur zwei Sätze benötigt im Anschluss Marcel Reuter für einen klaren Erfolg über Josche Zurwonne.
3:1 Bischmisheim!
Was kann Juliane Schenk in dieser Situation gegen Olga Konon ausrichten? Dieses Damen – Einzel entwickelt sich zu einer ausschließlich von taktischen Momenten geprägten Auseinandersetzung. Das bessere Ende hat Juliane Schenk. Mit 21:15 und 21:16 verkürzt die Deutsche Meisterin auf 2:3!
„Kämpfen bis zum Umfallen …“
Diese Moral zelebrieren die Mixed – Paarungen Dettmann/Grether, für die EBT und Hopp/Wengberg, für Bischmisheim. Erst der 3. Satz bringt in diesem von beiden Seiten leidenschaftlich geführten Spiel Sieg und 4:2 – Führung für die Gäste aus dem Saarland.
Im 2. Herreneinzel sorgt Choong Haan Wong für einen starken Berliner Auftritt. In zwei umkämpften Sätzen fertigt er Kestudis Navickas, nach Verlängerung, 2:0 ab und verkürzt auf 3:4.
Die spannende Frage also vor dem letzten Herreneinzel: Unentschieden oder 5:3 – Sieg für die Gäste? Eine schwere Bürde für Eetu Heino und noch schwierigere Aufgabe, denn sein Gegner ist für Schlagstärke bekannt und kein Geringerer als Dieter Domke. Dennoch kommt es, trotz erbitternden Widerstandes von Eetu Heino, wie es kommen musste. In zwei Sätzen gewinnt der favorisierte Saarländer und stellt mit 5:3 den Sieg für Bischmisheim sicher!
Von Moral, Hoffnung und Kampfgeist!
Wenn auch Niederlage für EBT, so waren es dennoch die erwarteten Festspiele einer wunderschönen Sportart. Dramatik, Schnelligkeit, Akrobatik, Gefühl, Kraft, Ästhetik und blitzschnelle Reflexe begeisterten die 500 Zuschauer in der Samariter – Halle. Aber auch das: Diese Niederlage gegen den Meister fiel denkbar knapp aus, lässt folglich berechtigte Hoffnungen auf „Höheres“ schärfere Konturen annehmen. Tatsächlich berechtigt? „Natürlich“, bejaht EBT – Teammanager Manfred Kehrberg. „Wir hätten auch gewinnen können. Dass uns heute Arvind Bhat und Michal Logozs fehlten, sie sind verletzt, war ein riesengroßes Handycap. Die Moral? Ist hervorragend und nach dem heutigen Spiel vielleicht so gar noch stärker. Ich meine, alles ist noch offen, nichts ist entschieden, wenn Bischmisheim nun auch die besseren Karten hat.“
Dennoch wird morgen neu gemischt und wer weiß …

comming soon

























