Die große Lehre…

…oder vielleicht eher die große Leere? Am Ende eines spannenden Bundesliga-Wochenendes steht die SG EBT Berlin mit nur einem Punkt auf der Habenseite und verspielt wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. „Wir hatten uns an diesem Wochenende sehr viel vorgenommen, wurden allerdings vom Schneechaos in den Niederlanden und unserer eigenen Nervenschwäche bitter ausgebremst.“, gibt sich Kapitän Karsten Lehmann am Sonntagabend sehr enttäuscht. „Wir sind leider immer noch unten drin und müssen uns irgendwie aufraffen, um den Abstieg zu verhindern.“

5Am Samstag war der direkte Konkurrent aus Solingen zu Besuch in Berlin. Im Hinspiel konnte sich die SG EBT Berlin überraschend mit 5:3 durchsetzen und schockte damit das Team der Solinger. Im Rückspiel wollte man Ähnliches vollbringen, gerade wegen der prekären Tabellensituation. Doch es sollte ganz anders kommen. Ohne den Schotten Ben Torrance, der bei den Island Open an einer Verbandsmaßnahme teilnehmen musste, traten im 1. Herrendoppel Robert Franke und Eetu Heino an. Mit einer soliden Verteidigung und schnellem Spiel gelang es den Berlinern lange, den Ausgang des Spiels offen zu gestalten, konnten allerdings ihre Leistungen nicht mit einem Sieg krönen. Ganz anders war der Spielverlauf im Damendoppel. Für die in Amsterdam eingeschneite Niederländerin Lotte Jonathans rückte Anja Buchert in die erste Mannschaft und konnte mit Lisa Deichgräber egalisieren. Karsten Lehmann, der nach zweimonatiger Verletzungpause wieder ins Team zurückkehrte, konnte mit seinem Partner Bastian Zimmermann im zweiten Satz eine 20:19 Führung nicht zum Satzgewinn nutzen und verloren denkbar knapp mit 16:21 und 20:22 gegen Niemczyk/Lohau. „Bereits nach den Doppeln kristallisierte sich heraus, dass das heute eine ganz enge Kiste werden wird.“, so Bastian Zimmermann nach dem Spiel. Und weiter: „Jeder wusste, dass er mindestens 100% seiner Leistung abzurufen hatte!“ Eetu Heino konnte in seinem Einzel die Hinspielniederlage gegen den Indonesier Adi Pratama nicht wieder gut machen und musste sich nach hartem Kampf mit 21:10, 19:21 und 17:21 geschlagen geben. Somit ging Solingen mit 3:1 in Führung bis Lisa Deichgräber ihr Dameneinzel sicher nach Hause brachte. 2:3. Der SG EBT Berlin gelang sogar noch der 3:3 Ausgleich, als Jan Borsutzki Julien Gupta sensationell in zwei Sätzen in die Schranken wies. In den abschließenden zwei Spielen konnten die Berliner leider nicht mehr punkten und verloren sowohl das Mixed mit Anja Buchert und Bastian Zimmermann, als auch das 2. Herreneinzel von Robert Franke. „Das war heute eine ganz bittere Niederlage für uns. Gegen unseren direkten Tabellennachbarn hätten wir mindestens ein Unentschieden holen müssen. Jetzt wird es ganz schwer für uns.“, zieht der Kapitän ein Resumé.

12Am Sonntag sollte Vieles besser werden. Mit dem TV Refrath II war wieder ein Team, gegen das man in der Hinrunde gewinnen konnte, in der Samariterstraße. Vor ca. 50 Zuschauern entwickelte sich dieses Spiel zu einem außergewöhnlich spannenden. Mit einem blitzsauberen Start gelang der SG EBT Berlin die wichtige 3:0 Führung. Sowohl beide Herrendoppel als auch das Damendoppel konnten sich durchsetzen und legten den Grundstein für einen erfolgreichen Spieltag. Oder etwa doch nicht? Kaum war die erste Euphoriewelle in der Samariterstraße abgeebt, schockte Mette Stahlberg das Berliner Team mit ihren sensationellen Sieg über Lisa Deichgräber. Nach gewonnenem ersten Satz schaffte es Lisa im zweiten Satz nicht, den Sack zuzumachen und verlor im Entscheidungssatz mit 19:21. „Diesen Punkt hatten wir eigentlich schon auf unserer Rechnung gehabt.“, so Karsten Lehmann. „Aber dann müssen die anderen heute den entscheidenden fünften Punkt holen.“, so der Kapitän weiter. Eetu Heino erfüllte seine Pflicht sicher gegen Lars Schänzler und zeigte wieder einmal wie wichtig er für die SG EBT Berlin ist. Zwischenstand 4:1. Parallel zu Eetu kämpfte sich Jan Borsutzki im dritten Herreneinzel bis an den Rand der Erschöpfung. Bis zum Seitenwechsel im Entscheidungssatz dachten alle in der Halle an eine erneute Überraschung vom Youngster. Allerdings zollte Jan dem hohen Tempo der vorangegangenen Sätze Tribut und verlor letztlich deutlich mit 12:21. Aus taktischen Gründen spielte an diesem Tag Bastian Zimmermann das zweite Herreneinzel, hatte aber gegen Kai Waldenberger nicht den Hauch einer Chance. „Für einen Doppelspieler ist es immer wahnsinnig schwer, ein Einzel zu bestreiten. Hinzu kam natürlich auch noch, dass Kai Waldenberger nicht irgendein Einzelspieler und die 2. Bundesliga kein Zuckerschlecken ist.“ zeigt sich der EBTler voller Demut. Mit 4:3 ging es in der Samariterstraße in das „Schicksalsspiel“. Der Druck für Lotte Jonathans und Robert Franke schien vor allem in der Anfangsphase fast zu groß. Trotzdem sicherten sie sich den ersten Satz mit 22:20. Die halbe Miete war eingefahren. Im zweiten Satz allerdings drehten die Refrather mit dem Altberliner Johannes Szilagyi richtig auf und erzwangen einen Entscheidungssatz. Dieser war an Dramatik und Spannung kaum noch zu überbieten. Bei 20:19 konnten sich Robert und Lotte sogar einen Matchball erspielen, diesen allerdings nicht gewinnen. Mit 23:21 setzten sich letzten Endes die Refrather durch und versetzen die komplette Samariterstraße in einen Schockzustand. „Niemand hätte nach dem frühen 3:0 mit einem Unentschieden gerechnet. Am Ende haben wir leider einen Punkt verspielt, der immens wichtig für uns gewesen wäre. Die Nerven haben uns einen Streich gespielt.“, analysiert Karsten Lehmann den Sonntag. „Aber…es geht weiter! Solange wir rechnerisch noch alles in eigener Hand haben, werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken.“, gibt der Kapitän ein klares Signal für die verbleibenden vier Spieltage.

 

Ende Februar reist die SG EBT Berlin zu den ersten Endspielen der Saison nach Wesel und Emsdetten. Das letze Heimspiel wird dann am 21. März 2015 in der Samariterstraße gegen BW Wittorf ausgetragen. Es geht also noch weiter…mit viel viel Daumen drücken.

 

Marcus Köster

Eine Antwort zu “Die große Lehre…”

  1. Hans sagt:

    Jaa, ein Probeaufsprung. 🙂