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Halbfinale: Tag der Asiaten?

Was jeder mutmaßte und zu wissen meinte, unterstrich das Spielgeschehen auf den vier Viertelfinal – Courts der German Junior 2010: Die Dominanz und Ausnahmestellung der asiatischen Spieler. Aber diese Annahme sollte sich als trügerische Momentaufnahme entpuppen!

Zu den Einzelheiten!

Zunächst musste Fabienne Deprez gegen die Koreanerin Run Zun aufs Feld. Entstand zunächst der Eindruck, 6:6 im 1. Satz, es würde sich hier ein hauchdünnes Match entwickeln, der wurde enttäuscht. Schnell machte die Koreanerin aus dem Gleichstand ein 11:6 und gewinnt schließlich 21:12. Stellte sich die Frage, ob Fabienne das Spiel im 2. noch herumreißen kann? Bei allem Mühen der deutschen Spielerin, die Koreanerin fand zumeist die besseren Antworten und gewinnt 21:10. Was ist so stark an der asiatischen Spielweise? „Nun, sie machen total wenig Fehler und spielen ein atemberaubende Grundtempo, trainieren ja auch doppelt so viel wie wir“, kommentiert Fabienne unmittelbar nach dem Spiel. „Und ich habe dann Fehler gemacht, verlor meine Konzentration und fühlte mich so müde. Ja, schade!“

Koreanische Vormacht auch beim Doppel Jessicas Fletcher/Alyssa Lim, England, gegen So Young Park/Seung Chan Shin. Mit 21:11 und 21:16 ließen sie den Engländerinnen nicht die Spur einer Chance. „Sie machen einfach keine Fehler“, Fabienne kopfschüttelnd nach dem Match. „Und dann ihre Verteidigung, die ist kaum zu überwinden und auch im Angriff sind sie perfekt!“

Zu einem dänisch/deutschen Duell kam es beim Mixed: Astrup/Klaersen gegen Holzer/Herttrich. Die zeigen allerdings schon im 1. Satz Nervosität und geraten mit 11:3 schnell ins Hintertreffen. Beinahe fehlerfrei ziehen die Dänen ihr Spiel durch und machen permanent Druck: 21:12 und 21:11! Nach 20 Minuten war der deutsche Traum vom Halbfinale ausgeträumt!

Nicht so für Isabel Herttrich. Sie hatte immerhin noch eine Chance im Doppel. Würde sie sie mit Partnerin Inken Wienefeld nutzen können und den Sprung ins Halbfinale doch noch packen? Es wird eine spannende Auseinandersetzung. Entscheiden die deutschen Damen den 1. Satz noch knapp mit 21:19 für sich, steigern sie sich im 2. und lösen mit phantastischen 21:13 das ersehnte Ticket ins Halbfinale.

Die sensationelle Wende bahnte sich an, als es zwischen Chun Hei Lee/Ka Long Ng, Hong Kong China und Morton Brodbaek/Nikolai Overgaard aus Dänemark nach zwei Sätzen 1:1 stand. Werden Europäer Asiaten aus dem Rennen werfen, das war hier die große Frage. Und tatsächlich. Die Dänen hoben ab und spielten die weit gereisten Gäste im 3. Satz förmlich an die Wand. Viel bejubelt das 21:11 und große Freude bei den Nordländern.

Beinahe gleichzeitig eine ähnliche Überraschung auf Court 2. Da besiegen, in einem packenden Match, die Dänen Astrup/Fladberg die Koreaner Young Wong Ha/Min Ki Kim mit 21:14 und 21:19.

Die großen asiatischen Festspiele fanden also im Viertelfinale nicht statt. Überraschend hatten sich ein englisches und zwei dänische Herrendoppel ins Halbfinale gespielt, desgleichen im Mixed. Und komplett machten den europäischen Erfolg die dänischen Einzelspieler Victor Axelsen und Rasmus Fladberg und das deutsche Damendoppel. Die Frage aber: Werden sie sich auch Halbfinale durchsetzen können?

Z.B. der dänische Ausnahmespieler Victor Axelsen gegen Ha Young Woong/Korea. Mit einem sicheren 21:8 machte er schon im 1. Satz sehr deutlich, wer Herr im Hause ist. Und dabei blieb es. Mit seiner kolossalen Reichweite, mit einzigartigen Reflexen und explosiven Angriffsbällen entnervte er Ha Young Woong. Für Badminton – Fans ein echter Leckerbissen. 21:15, der erlösende Aufschrei und viel Beifall für Victor Axelsen. Die Frage: Wird auch Teamkollege Rasmus Fladberg, gegen den Koreaner Kang Ji Woon, ins Einzelfinale einziehen können? Nein, Satz 1 entscheidet der Koreaner mit 23:21 zu seinen Gunsten und Satz 2 mit 21:15. Korea im Finale!

Schön anzusehen auch das rein koreanische Damen – Einzel Halbfinale: Hey In Choi schlägt Ko Woon Park in zwei Sätzen 21:13 und 21:14.

Ebenfalls rein koreanisch das Damen – Doppel Halbfinale. Lange Ballwechsel, hohe Verteidigungskünste und knallige Angriffsbälle, – beide Teams demonstrierten lautstark die Hohe Schule dieser eleganten Sportart. Nach ausgeglichenem Spiel, 22:20 und 21:19, die Finalteilnahme für Chan Mi Kim und Eun Byul Ko.

Einen zwangsläufig dänischen Erfolg gab es im rein dänischen Mixed – Halbfinale Emil Holst/Ditte Strunge Larsen gegen Kim Astrup/Line Kjaersfeldt. In diesem hochklassigen 3-Satz-Match hatten Holst/Larsen schließlich das bessere Ende für sich und einen Platz im Finale.

Dann das mit Spannung erwartete Halbfinalmatch im Damen – Doppel: Die Koreanerinnen Hye In Choi/So Hee Lee gegen Isabel Herttrich/Inken Wienefeld. Unsere Damen im Endspiel, – was für ein kühner schöner Gedanke! Aber bereits der 1. Satz ließ diesen Gedanken vergessen. Wenngleich Isabel und Inken ein gutes Spiel ablieferten, 21:17 und 21:7, gegen die starken Koreanerinnen hatten sie keinerlei Chance auf Finalteilnahme.

Höhepunkt des Abends war in jedem Falle die Herren – Doppel Begegnung Brodbaek/Overgaard gegen die an „1“ gesetzten Koreaner Seung Il Choi/Ji Wook Kang. Während im 1. Satz, 21:17, die Dänen dominierten, drehten die Koreaner im 2. Durchgang auf und das Spiel um: Nach 17:21 nun das 21:11! Was wird der Dritte bringen? Keine europäische Überraschung mehr: 21:12, die Koreaner Seung Il Choi/Ji Wook Kang sind im Endspiel!

Viertel – und Halbfinals der German Junior 2010 sind gespielt. War es der erwartete ganz normaler Tag oder … „Nein für uns auf alle Fälle nicht, denn unser Damendoppel hat heute nicht nur mich begeistert, sondern auch die Berliner von den Stühlen gerissen“, so Bundestrainer Holger Hasse mit Blick auf die heutigen Spieltag. Und Dänemark? „Hat sich kolossal entwickelt und wir haben ja gesehen, wie sie bei den Koreanern gegenhalten können. Ja, und die Koreaner, die sind nun mal eine Nummer für sich, ausgestattet mit allen Badminton – Tugenden. Aber ich glaube, wir haben es heute erlebt, Europa hat den Abstand ein wenig verringert!“

Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht



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„Countdown” bis zum 1. Ball!


11.02 Uhr

Ulli und Frau Jutta – fleißige EBT – Helfer bereiten die gefiederten Bälle für das Turnier vor. 3000 sind für die German Junior bereitgestellt. Übrigens besteht ein Badmintonball aus Kork, 16 Gänsefedern und wiegt 5,2 Gramm. Der schnellste je gemessene Ball flog 414 kmh – Weltrekord …


 

11.03 Uhr

Schön, sauber und geordnet soll das Spielerareal sein.

Penibel legt Hefer Helmut Adolf Hand an …

 

11.05 Uhr

Jessica Fletcher vom englischen Team, Erwärmung ist jetzt angesagt. „Es gefällt mir hier, ein schönes Turnier“, schwärmt sie, „gut organisiert, mit hohem sportlichem Level. Mein Einzel habe ich verloren, nun hoffe ich aufs Mixed und Doppel. Aber es wird schwierig. Ja, ich bin nervös, ein wenig.“ Good luck, Jessica …




11.11 Uhr

Andere haben zu diesem Zeitpunkt noch die Ruhe weg. Lassen es langsam angehen, die erfolgreichen Koreaner …

oder bespannen ihren Schläger, – wie Ha Young Woong

 

 

11.20 Uhr

Auch das gehört zu einem solchen Turnier: Peter Harms und die kaufmännische Seite der German Junior 2010 …




 

11.24 Uhr

Umsichtig sorgen fleißige Damen hinter den Kulissen für leibliches Wohl …

 

 

 

 

11.26 Uhr

Das Kampfgericht ist verkabelt …




11.31 Uhr

Nein, kein Buchstabenrätsel, – Ricardo Loepen präpariert die Anzeigetafeln …

 

11.35 Uhr

Bei dem internationalen Schiedsrichterteam? Ruhe vor dem ersten Ball…

 

11.36 Stimmt die Netzhöhe…




11.35 Uhr

Bundestrainer Hasse bereitet Fabienne Deprez auf ihr Match gegen Ran Sun Yang aus Korea vor …

 

11.44 Uhr

Masseur Bork Gerbsch bereitet seinen Arbeitsplatz vor. Möge er wenig zu tun haben …

 

 

 

 

11.51 Uhr

Auch die Presse ist schussbereit …

 


 

 

11.56 Uhr

Der Däne Emil Holst will heute hoch hinaus …

 

 


11.00 Uhr

Markus Köster eröffnet pünktlich Tag 3 der German Junior 2010 …






11.02 Uhr

Der erste Viertelfinalball wird gespielt …







Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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German Junior 2010 Überraschungen – Rivalitäten – hohe Gäste

Spannende Duelle, überraschende Spielausgänge, alte Rivalität zwischen Asien und Skandinavien, das war Tag zwei der German Junior 2010. Und auch hochkarätige Gäste gehörten zum Bild dieses Spieltages. Z.B. DVB – Präsident, Karl-Heinz Kerst. Für ihn sind die German Junior ein absolutes Highlight: „Mal abgesehen von den Weltmeisterschaft ist dieses Turnier eigentlich konkurrenzlos, professionell organisiert und bestens besetzt. Ich ziehe den Hut! Natürlich hängt der Erfolg letztlich immer von der Klasse der Spieler ab. Das ist die große Schwierigkeit, – die Abhängigkeit von nationalen und internationalen Spielplänen. In diesem Jahr allerdings optimal gelöst. Ich sehe hier Spieler, die in ein zwei Jahren garantiert international von sich Reden machen werden. Und die will ich jetzt sehen!“ Auch Hauptsponsor Wilson hatte an diesem 2. Tag einen Abgesandten am Turnier-Ort, Thomas Schärer. Nach der Bedeutung dieser Turniers für Wilson befragt: „Ist doch klar, es ist das größte und bedeutendste Jugendturnier Europas, phantastisch besetzt, perfekt organisiert und da wollen wir, Wilson als Hauptsponsor, natürlich dabei sein. Wie Sie wissen, dieses Jahr erstmalig. Wir haben ja schon immer gut mit EBT zusammen gearbeitet und da war es nur logisch, auch bei diesem Turnier zu kooperieren. Und ehrgeizig wie wir sind, denken wir schon in Richtung 2011. Technisch z.B. ließe sich da sicherlich noch mancherlei optimieren. Dennoch, und schreiben Sie das bitte, EBT und Kehrberg machen wirklich einen tollen Job hier!“

Gleich mit Spieltag – Beginn kommt es zu einer interessanten Mixed – Begegnung, Türkei gegen Hong Kong China. Wer hätte wohl mit einem so starken Auftritt des türkischen Duos Lale/Yigit gerechnet? Erst im 3. Satz fällt die Entscheidung, wobei sich die 15jährige Neslihan Yigit als wahre Defensivkünstlerin entpuppt und mit atemberaubenden Reaktionen glänzt. Dennoch bleibt die ganz große Überraschung aus: 18:21 im 3. Satz. „Ja, jetzt bin ich einfach sehr traurig. Wir hätten gewinnen können, ja, hätten.“

Keinerlei Probleme hatten die an „1“ gesetzten Koreaner Choi/Kang gegen Ewert/Teuber aus Deutschland. 21:11, 21:8, eine klar Sache! Auch Förschner/Spengler hatten mit den Dänen Broadbaek/Overgaard eine schwere Aufgabe, zogen sich aber nach gutem Spiel mit 14:21 und 7:21 achtbar aus der Affäre. Francis Karge und Tobias Haffner hatten sich mit den starken Hong Kong Chinesen Chun Hei Lee/Ka Lon Ng auseinander zu setzen. Wenngleich sie auch tapfer kämpften, das 17:21 und 11:21 war nicht zu verhindern. Tobias stöhnend und schwer atmend, nach dem letzten Ball: „Sie beherrschen eben alle Techniken und das bei einem Wahnsinnstempo“. Partner Francis Karge sieht die Stärken des asiatischen Doppels noch aus anderem Blickwinkel: „Sie sind so gefährlich, weil man ihr Spiel nicht lesen, nicht durchschauen kann. Sie bewegen sich erst im letzten, wirklich im allerletzten Augenblick und dann ist es oft zu spät, zu oft“, und geht ab!

Aber dieser 2. Turniertag zeigte durchaus auch verheißungsvolle Temperamente im deutschen Badmintonspiel. Z.B. der 3-Satz-Sieg von Fabian Holzer/Isabel Herttrich gegen das französische Mixed Lucas Corvee/Audrey Fontaine. Als es in die Verlängerung geht, beweist das deutsche Paar Nerven und siegt schließlich 25:23. „Die beiden haben sich wirklich fabelhaft entwickelt und tragen mit ihrem Sieg zu einer guten Tagesbilanz bei. Ich freue mich sehr über diesen Erfolg. Und dann Fabienne Deprez, der Sieg über die Koreanerin Cha Mi Kim. Also, ich bin immer noch total ergriffen“, Holger Hasse, Badminton – Bundestrainer. Bleibt die Hoffnung, dass die Deutsche auch morgen Hochform zeigt und dies wiederum gegen eine Spielerin aus Korea. „Wir sind ja froh, über jeden Europäer, der gegen die Koreaner standhält“. Für Holger Hasse ist der Däne Victor Axelsson so einer, so ein Geheimtipp und absolutes Ausnahmetalent. „Das muss man sich ´mal vorstellen, der ist erst 15 Jahre alt. Er könnte die Turnierüberraschung werden. Ich bin gespannt!“

Hoch zufrieden mit dem Verlauf von Turniertag 2 auch Turniermanager Manfred Kehrberg. „Alles lief perfekt ab, das sportliche Niveau war heute noch höher als gestern und besonders habe ich mich über die gute Stimmung in der Halle gefreut. Es war wohl der freie Eintritt, der viele Berliner Schüler heute hier zum Turnier gelockt hat.“Morgen, ab 12.00 Uhr, steigen dann die Halbfinalgegner in die Schranken, also schon die Besten. Und alle haben nur das eine Ziel: Das Finale am Sonntag! Hochspannung ist also vorprogrammiert!












Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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Im Porträt:

Kai – der Herr der Saiten

Das sieht nach Handarbeit aus und ist es auch. Er zerrt an der Saite. Dass das Kraft kostet, spiegelt sich in seinem Gesicht: „Ja, hier geht´s um Spannung!“ Nein, nicht um Spannung auf, sondern jenseits des Spielfeldes.

Er und sein Utensil gehören zu einem Badminton – Turnier, wie der Schläger und seine Bespannung: Kai, der Herr der Saiten! „So 18 bis 20 Minuten brauche ich schon für einen Schläger“. Kai, vom Sportshop „Racketprofis“ betreut für Ausstatter Wilson den Servicestand der German Junior 2010, sorgt für Spielerwünsche aller Art, ob Schläger, Saiten, Bespannung oder Badminton – Klamotten. „12mal habe ich heute schon für Spieler in die Saiten greifen müssen, für Schweden, Isländer und Dänen!“

Badminton – Schläger sind eine Wissenschaft für sich und für Laien kaum durchschaubar. Kai amüsiert: „Schon richtig. Vor allen Dingen ist es eine Materialfrage. Da kommt heutzutage nur Carbon in Frage. Na ja, und dann die Saiten, also die Härte der Bespannung!“ Eine sehr individuelle Angelegenheit. Freizeitspieler bevorzugen 9, 10 kp Härte, während Profis knallhart spielen, 12 oder 13 kp. „Letztes Jahr kam ein Asiate zu mir“, erzählt Kai, der wollte 16 kp. Da bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen!“

Kai Simon und die Saiten, das ist eine längere Geschichte. Begonnen hatte sie in Kais Tenniszeiten. „Ich hatte den Ehrgeiz, meinen Schläger selbst zu bespannen. Und als das ganz gut funktionierte, kamen auch andere Spieler zu mir. So ging das los!“ Längst ist aus Kais Hobby eine Profession geworden, denn 2008 hatte er mit Bruder Jan den Sportshop Racketprofis, in der Berliner Bornholmerstraße, eröffnet. Eine Seite des Geschäftes sind nach wie vor die Saiten: „Wir haben letztes Jahr etwa 1500 Badminton-Schläger besaitet und runde 2000 Tennisschläger!“

Kai ist ein absoluter Könner seines Faches und hochsensibel für alle Finessen zu haben. „Zu mir kam schon ´mal ein Spieler, der wollte 14,2 kp. Habe ich ihm gemacht!“ Bei solcher Art Härte kann es auch kritisch werden, „da kann schon mal ein Schläger zu Bruch gehen, weil das Material nicht hält.“

Plötzlich Kundschaft, ein österreichischer Spieler, schwitzend vom eben beendeten Einzel. „Kannst Du mir schnell mal meinen Schläger beziehen, 13 kp, bitte?“ Kai kann und will.

Mancherlei hätte der Herr der Saiten noch über Badminton-Schläger erzählen können, über Saitenstärken und Griffstärken, über Saiten-Tod und Rücksprungkraft, über kopflastig und grifflastig, doch Spielerservice ist in diesen Tagen sein Job. Alles andere, und sei es ein Gespräch über die vielen Seiten der Badminton – Saite, kann deshalb nur Nebensache sein.


Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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Im Porträt:

Neslihan Yigit, eine Defensivkünstlerin

18:21 im 3. Satz, – verloren! Das ist bitter nach einem tollen Spiel. Und so ist sie genervt, kein Lachen mehr. Schnell bringt sie mit ihren langen Beinen Abstand zwischen sich und das Spielfeld, als wollte sie fliehen, Abstand gewinnen: Neslihan Yigit! Eben hat sie das Mixed mit ihrem Partner Emre Lale verloren. „Ich bin jetzt einfach sehr traurig, aber auch zornig mit mir. Irgendwie fehlte mir im letzten Augenblick die richtige Konzentration.“

Neslihan Yigit, 15 Jahre alt und Schülerin an einem Gymnasium in Bursa, einer Millionenstadt 90 Kilometer südlich Instanbuls. Seit dem 9. Lebensjahr spielt Neslihan Badminton. „Nein, es waren nicht meine Eltern, die mich zum Badminton brachten, sondern ein Lehrer hatte mich angesprochen und mir einen Club empfohlen. Und da spiele ich.“

Neslihans Alltag? Es ist das übliche Tagesgeschehen für Sportler, die auf hohem Leistungsniveau spielen und anspruchsvolle Ziele haben. Sechsmal trainiert sie in der Woche. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge: „Ja, ich lese gern Bücher, die spannend sind, höre Musik, vor allem türkische Musik und dann gehe ich auch gern ´mal mit meiner Schwester bummeln oder shoppen. Der Rest ist Badminton!“

Badminton ist in der Türkei Entwicklungssportart und sie entwickelt sich rasant. „Wir haben einen sehr guten Badminton – Präsidenten, der viel dafür tut, dass Badminton in der Türkei immer populärer wird“, ergänzt Neslihans Trainerin, Esra Tayan, das Gespräch.

Mit dem Gedanken, irgendwann einmal Badminton – Profi zu werden hat sich Neslihan noch nicht beschäftigt. „Vielleicht aber Ingenieur, diesen Gedanken hatte ich schon, denn meine Leistungen in der Schule sind wirklich gut“, und lacht!

Neslihan kann wieder lachen, die Niederlage ist weggesteckt. „Jetzt muss ich mich voll auf mein Einzel konzentrieren“, steht auf und beginnt mit dem Erwärmen.



Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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Erfolgreicher Auftakt German Junior 2010 – Spieler aus Asien wie erwartet vorn

Etwa 860 Bälle sind verspielt, 81 Vorrundenspiele Turniergeschichte, womit Tag eins der German Junior 2010 vorüber ist. War es ein gelungener Auftakt, ein Auftakt mit spannendem Sport und gelungener Organisation? „Ja, so kann man das schon sagen. Es war ein sportlich schöner Tag, die Atmosphäre war gut und es lief alles reibungslos ab. Besonders gefreut habe ich mich über den Sieg unserer Damen Meike Behrens und Tabea Sänger. Was wollen wir mehr!“, so ein erste Resümee von Turnier – Manager Manfred Kehrberg.

Wie erwartet setzten sich die hoch favorisierten Spieler aus Asien durch. Ein Höhepunkte war zweifellos die Begegnung zwischen Young Woong Ha/Ran Sun Yang Korea und Chun Hei Lee/Yik Kei Yeung Hong Kong China. Nach sehenswertem Spiel und erbittertem Widerstand verlieren die Insulaner knapp 16:21 und 19:21. Eindeutiger die Niederlage des deutschen Mixed Kämnitz/Volkmann. Mit 14:21, 14:21 ziehen sie gegen die Koreaner Min Ki Kim/Ko Woon Park den kürzeren. Freude dagegen beim deutschen Mixed Domke/Hammes. Mit 21:12 und 21:10 werfen sie die Schweizer Kleiner/Frankhauser aus dem Turnier. Und auch im Einzel konnte Richard Domke überzeugen. In zwei Sätzen schaltete er den Österreicher Benjamin Schlemmer aus. Groß waren die Erwartungen an Morten Daugaard-Hansen, Deutschland, gegen den Dänen Rasmus Fladberg. Doch sie wurden enttäuscht. Mit aggressivem Spiel, 21:10 und 21:8, empfahl sich der Däne für die Endrunde. Man darf auf sein weiteres Turnierabschneiden gespannt sein! Ein schweres Los hatte Moritz Freudenthaler mit dem Dänen Flemming Quach gezogen. Der Deutsche fand keine geeigneten spielerischen Mittel gegen die Angriffslust des Nordländers und unterlag klar mit 10:21 und 6:21. Auch Peter Lang hielt dem Druck nicht stand und verlor gegen den Isländer Gunnarsson in zwei Sätzen. „Er hat einfach alles zurück gebracht, ich hatte streckenweise keine Waffen gegen ihn“, so Lang enttäuscht nach dem Spiel. „Da war mehr drin. Nun muss ich auf Doppel und Mixed hoffen!“

Schatten und Licht also aus deutscher Sicht? „Ja, das stimmt schon, aber ich betone mehr Licht. Wissen Sie, wir befinden uns gerade in einem Generationswechsel. Dh. wir müssen neue junge Spieler aufbauen, sie faktisch nachziehen und dies besonders mit Blick auf die Europameisterschaften im nächsten Jahr. Deshalb sind die German Junior eine wichtige Zwischenstation für uns, oder sagen wir, eine Momentaufnahme unseres derzeitigen Leistungsniveaus. Und da habe ich heute schon, um im Bild zu bleiben, mehr Licht als Schatten gesehen“ so Holger Hasse aus Bundestrainerperspektive. Möge diese  Helligkeit  auch  in  den  nächsten  drei  Turniertagen  den  deutschen Badminton – Himmel  erhellen!

Überraschend stark der Türke Öztürk. In einem dramatischen Match, gegen Jee Lee aus Korea, hielt er die Partie im 2. Satz lange Zeit offen, musste sich dann aber 18:21 geschlagen geben. Lautstark wurde es in der Halle, als sich Seung Li Choi/Korea und Chung Hei Tam/Hong Kong China gegenüber standen. 1:1 stand es nach zwei Sätzen und klar war, hier bekämpften sich zwei gleichwerte absolute Könner, schnell, aggressiv und mit unglaublichen Reflexen ausgestattet. Umso spannender also die Frage, wer im 3. Satz die Oberhand behalten wird. Es war der Hong Kong Chinese. Mehr und mehr setzte er den Koreaner unter Druck und war schließlich mit 21:14 sicherer Sieger. Der Gewinner unmittelbar nach seinem Erfolg: „Ich fühlte mich im 3. Satz wieder besser und machte ständig Druck. Vielleicht hatte ich die bessere Kondition, vielleicht war auch mein variantenreicheres Spiel ausschlaggebend. Ich weiß nicht, jetzt bin ich nur glücklich!“ Hat sich mit Chung Hei Tam möglicherweise ein Anwärter auf den Einzelsieg präsentiert? Zu dieser Frage zeigt sich der Hong Kong Chinese bescheiden: „Das weiß ich nicht!“ Kurzes Fazit dieses ersten German Junior – Tages: Perfekte Organisation, hohes spielerisches Niveau und gute Stimmung auf den Rängen.

Text: Peter Gütte

Fotos: V. Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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Im Porträt:

Meike und die German Junior 2010

„Entweder 12.25 Uhr oder 12.45 Uhr bin ich dran, ich weiß jetzt nicht … ja, Einzel“, Meike Behrens, eine der deutschen Spielerinnen, eine von Empor Brandenburger Tor. Natürlich blickt man bei dem „German Junior“ vor allem auf die eigenen Spieler. Wie werden sie diese Herausforderung annehmen, wie werden sie sich bei diesem hochrangig besetzten Turnier durchsetzen?

„Ich spiele dieses Turnier vor allem, um Erfahrung zu sammeln. Ich bin ja erst 15 und hier spielen 19jährige. Auf alle Fälle freue mich und hoffe, ein paar gute Spiele zu machen, ich hoffe!“

Sie lacht, Meike Behrens, hoch gewachsen, schlank, ein schönes Mädchen. Meike ist Schülerin am Berliner Coubertin – Gymnasium, also einer Sport orientierten Schule. „Das ist ganz schön hart“, erzählt sie. „Schon morgens wird trainiert, dreimal wöchentlich, und viermal nachmittags. Dazu kommt Schule!“

Das heißt, 6.00 Uhr aufstehen und manchmal erst gegen 23.00 Uhr zu Hause. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für anderes. „Na, ja Tanzen, mal ´was Schönes kaufen und mit Freunden Musik hören, das muss schon sein, geht aber nur am Wochenende.“

Die ersten Bälle …

schlug Meike bereits mit 7 Jahren. Es waren die Eltern, die den Anstoß zu dieser Wahl gaben und ein schlichtes Federballset. Auf der Straße ging es los „aber dann wollte ich auch schon schnell in einen Verein“, erinnert sich Meike. Ganz nach dem Wunsch von Meikes Eltern, selbst leidenschaftliche Badminton – Spieler. „Sie haben mich immer unterstützt und niemals irgendwelchen Zwang ausgeübt.“

Den übt sie auf sich selbst aus, dann wenn es Hänger gab, wenn Lust und Spaß am Spiel vergehen. Nicht unnormal bei diesem aufwendigen Alltag. „Aber ich bin dann immer wieder ganz schnell dabei und jetzt sowieso“, Meike nachdenklich.

Erfolg und Teamgefühl …

das sind die Reize, die Meike beim Badminton herausfordern, die sie lebt. Deshalb liebt sie besonders das Doppel, mir ihrer Freundin Linda, und das Mixed. „Dieses gemeinsame Erleben, das Spiel, auch wenn es eine Niederlage ist, das ist für mich ein irres Gefühl.“

In die 10. Klasse geht Meike, 13 werden es schließlich sein, mit Abschluss Abitur. Und danach? „Danach, schwierige Frage. Ich werde studieren, vielleicht aber auch eine andere Ausbildung machen. Ja, was wäre interessant?“ Meike wartet mit der Antwort, ist nachdenklich. Möglicherweise ist es noch zu früh, auf diese Frage eine Antwort zu erwarten. Aber dann doch: „Vielleicht etwas mit Eventmanagement, zusammen mit Leuten eigene Sachen entwickeln, das wäre ´was, dass ich mir vorstellen könnte, und natürlich“, Meike schaut abrupt auf die Uhr, „natürlich Badminton, Badminton, Badminton“, lacht, ist wieder in der Gegenwart, verschwindet Richtung Spielfeld. Und die Gegenwart heißt German Junior 2010. Meike muss sich warm spielen, denn das erste Spiel ist nicht mehr weit. Viel Glück, Meike!

Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

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Badminton – Bälle können fliegen – Wilson German Junior 2010 in Berlin eröffnet

„Ich wünsche allen Spielern ein erfolgreiches Turnier, viel Spaß und einen schönen Aufenthalt in Berlin“, mit diesem freundlichen Turnierausblick eröffnete Volkmar Kuhlig, Präsident des Badmintonverbandes Berlin – Brandenburg, pünktlich 10.00 Uhr, die Internationalen Deutschen Badminton – Jugendmeisterschaften „Wilson German Junior 2010“.

150 Jugendliche, aus weltweit 18 Ländern, werden vom 11.-14. März um den Titel Internationaler Deutscher Meister ringen. Dabei sind Spieler aller europäischen Top – Nationen, sowie die favorisierten Koreaner und Hong – Kong Chinesen.

Natürlich ist die Aufregung groß. Mehr als 40 ehrenamtliche Helfer, vom ausrichtenden Verein SG EBT Berlin, haben mit viel Einsatz und Engagement die Große Halle des Sportforums Hohenschönhausen in eine internationalen Ansprüchen genügende Badmintonarena verwandelt. Waren die German Junior 2009 bereits einvoller Erfolg, so soll 2010 zu einem noch besseren Badminton – Jahrgang reifen, so der Ehrgeiz der Veranstalter. „Wir haben alles gut vorbereitet, wir sind ganz entspannt und freuen uns auf vier tolle Badminton – Tage“, so Turnier – Manager Manfred Kehrberg.

„Besonders stolz sind wir auf unsere elektronische Spielfeldanzeige. Ich hoffe, dass alles gut funktioniert, denn die German Junior sind faktisch Testlauf für diese technische Spezialität.“ 21 Schiedsrichter werden das Turnier mit Scharfblick begleiten und rund 3000 Bälle warten auf hochklassiges Badminton. Am 11. und 12. März, jeweils ab 10.00 Uhr, laufen die Vorrundenbegegnungen, am Sonnabend, dem 12. März, ab 12.00 Uhr, die Halbfinals und Sonntag dann die mit Spannung erwarteten Finals. Für diese hat sich auch Manfred Freiherr von Richthofen angesagt, Ehrenpräsident des DOSB und Schirmherr der Wilson German Junior 2010!

Text: Peter Gütte

Fotos: Volkmar Kehrberg

Layout: Stefanie Knecht

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Hallenansicht WILSON GERMAN JUNIOR 2010

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Wilson German Junior Tag 1 – Aufbau

Nach einem langen anstrengenden Tag war die Halle für das erste Training der Hongkong Chinesen und Östereicher bereit.